Geschichte der Informatik Das Forum-Projekt für Professionelle Unix- / Linux Anwender, Entwickler und solche die es werden wollen! 
 
 
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 Zeitleiste und Geschichte der Informatik
Inhalt:
vor 1800
ab 1800
ab 1900
ab 2000

vor 1800

4000 v.Chr.

Es ist eine Tontafel aus URUK in Mesopotamien erhalten , die Angaben über Tiere und Getreide in 10er- und 60er- Darstellungen erhält . Sie ist wohl die älteste erhaltene Urkunde und die erste erhaltene Darstellung von Zahlzeichen .

1700 v.Chr.

Rechenbrett der Ägypter - "Ägyptische Multiplikation" (oder "Indische Multiplikation")

ca. 450 v. Chr.

Verwendung des Abakus als Hilfsmittel für die Grundrechenarten.

365-300 v.Chr.

Euklid: "euklidischer Algorithmus" zur Berechnung des größten gemeinsamen Teilers.

300 v.Chr.

Aristoteles berichtet von einer Volkszählung der Griechen, bei der ein Rechenbrett Verwendung findet

230 v. Chr.

Eratosthenes entwickelt einen Algorithmus zur Berechnung von Primzahlen: Das Sieb des Eratosthenes.

60 n.Chr.

Der wohl fähigste Techiker der Antike , Heron von Alexandria, berichtet in mehreren Schriften über das Können und Wissen der damaligen Zeit . Er beschreibt u.a. eine automatischen Türöffnung sowie programmierbare Steuerungen.

5. Jhd.

In Indien wird das Dezimalsystem entwickelt.

9. Jhd

Ibn Musa Al-Chwarismi (persischer Mathematiker und Astronom) schreibt Lehrbuch "Kitab al jabr w'almuqabala" ("Regeln der Wiedereinsetzung und Reduktion"). Der Begriff Algorithmus wird später nach ihm benannt.

1050

Chinesische Gelehrte entwickeln das Dualsystem, ein Zahlensystem mit Basis 2.

1500

Leonardo da Vinci beschreibt Zahlräder und Wegmessmaschinen.

1547

Adam Riese (1492-1559) veröffentlicht ein Rechenbuch zur Rechnung im Dezimalsystem. Das Dezimalsystem setzt sich in Europa durch und ermöglicht gegenüber dem römischen System eine Automatisierung. John Napier verwendet zum ersten Mal im Druck den Dezimalpunkt. Er entwickelt Logarithmen und Multiplikationsmaschinen.

1623

Wilhelm Schickard (1592-1635) konstruiert mit Kepler (1571-1630) die erste mechanische Rechenmaschine mit Zehnerdarstellung für die vier Grundrechenarten. Aufgrund des 30jährigen Krieges (1618-1648) in Deutschland bleibt sie unbeachtet.

1641

Blaise Pascal (1623-1662) konstruiert eine Maschine zur Addition zweier sechsstelliger Zahlen.

1643

Blaise Pascal entwickelt eine Additions- und Subtraktionsmaschine.

1673

Freiherr Gottfried Wilhelm von Leibnitz baut eine Rechenmaschine für die 4 Grundrechenarten, die Staffelwalzen verwendet. Da die feinmechanischen Fertigkeiten jedoch nicht so weit ausgereift waren, wird diese Maschine nicht vollendet.

1679

(Wieder-) Entdeckung der Dualzahlen durch Leibniz. Dualzahlen werden fast 3 Jahrhunderte später zur Grundlage der Zahlendarstellung in den Computern.

1703

Freiherr Gottfried Wilhelm von Leibnitz die ARITMETHICA DYATICA.

1728

Falcon baut eine Webstuhlsteuerung mit gelochten Metallplatten.

1774

Philipp Matthäus Hahn (1739-1790) entwickelt eine zuverlässige mechanische Rechenmaschine.

ab 1800

1801

Jacquards mechanischer Webstuhl kann komplexe Muster weben. Die Steuerung erfolgt durch gestanzte Platten.

1805

Joseph-Marie Jacquard entwickelt einen Musterwebstuhl , der mit Lochkartenstreifen gesteuert wird.

1818

Rechenmaschinen nach Vorbild von Leibniz werden serienmäßig produziert und ständig weiterentwickelt.

1822

Charles Babbage entwickelt die sogenannte DIFFERENCE - ENGINE . Fertiggestellt wird die verbesserte Version dann 1833.

1838

Charles Babbage (1792-1871) plant mit Ada Augusta Byron Duchess of Lovelace die "Analytical Engine", die durch Lochkarten gesteuert werden soll. Die Maschine soll einen Zahlenspeicher, Rechenwerk, Steuereinheit und Programmspeicher haben. Die "Analytical Engine" wird nie voll funktionsfähig und von den Zeitgenossen als Unsinn betrachtet.

1854

George Boole entwickelt eine Algebra auf den logischen Werten "wahr" und "falsch".

1886

Herrmann Hollerith (1860-1929) entwickelt für die 11. amerikanische Volkszählung eine lochkartengesteuerte Zählmaschine. Es gibt spezielle Druck- und Stanzeinheiten sowie Stecktafeln zur Auswahl spezieller Arbeitsprogramme. Mit 43 Maschinen schafft er in 4 Wochen mit 500 Helfern das , was 10 Jahre zuvor ebenso viele Personen 7 Jahre beschäftigte.

ab 1900

1907

Forest entwickelt die Elektronenröhre.

1924

Holleriths Firma Hollerith Tabulating Company wird zur IBM.

1934

Konrad Zuse (1910-1995) beginnt mit der Planung einer programmgesteuerten Rechenmaschine auf Basis des Dualsystems.

1937

Alan Turing schlägt ein Modell für einen Universalrechner vor: die Turingmaschine.

1937

Die mechanische Anlage Z1 von Konrad Zuse ist fertig.

1938

Conrad Zuse beendet den Bau der Z1. Ihr Speicher- und Rechenwerk wurde von ihm und Studienkollegen mit Laubsägen aus Blechen ausgesägt. Die Programme wurden auf Filmstreifen gelocht.

1939

Atanasoff-Berry-Computer arbeitet binär zur Lösung von Gleichungssystemen mit 29 Unbekannten.

1940

Conrad Zuse baut die Z2 in Relaistechnik. Sie funktioniert nur bei der Vorführung.

1941

Die elektro-mechanische Anlage Z3 von Zuse ist fertig und der erste funktionsfähige programmgesteuerte Rechenautomat. Die Programmierung erfolgt via Lochstreifen. Z3 besteht aus 2000 Relais und kann 64 Worte von je 22 Bit speichern. Zur Multiplikation werden ca. 3 Sekunden benötigt.

1943

Der britische Röhrenrechner Colossus knackt den Enigma-Code der deutschen Wehrmacht.

1944

Howard H. Aiken baut MARK I, eine raumfüllende Rechenanlage. Für eine Addition benötigt sie nur 0,3 Sekunden. 1946 Dr. J. Prespert Eckert und John W. Mauchley bauen die ENIAC. Vollständig in Röhrentechnik aufgebaut, benötigt sie immerhin noch 140 qm Grundfläche und ist rund 2000 mal so schnell wie MARK I.

1946

J. P. Eckert und J. W. Mauchly stellen die ENIAC fertig (Electronic Numerical Integrator and Automatic Calculator), den ersten voll elektronischen Rechner mit ca. 18000 Elektronenröhren. Multiplikationen dauern ca. 3 ms.

1946 - 1952

Basierend auf den Ideen von John von Neumann (1903-1957) und anderen werden in Princeton weitere Rechner entwickelt.

1947

William Shockley erfindet den Transistor (Nobelpreis für Physik 1956).

1949

M. V. Wilkes (Uni Manchester) stellt den ersten universellen Digitalrechner vor, den EDSAC.

1955

Der Transistor wird in der 1949 von Shockley entdeckten Form industriell gefertigt.

1957

Industrielle Herstellung von elektronischen Rechenanlagen beginnt. Die Programmiersprache Fortran wird von John Backus vorgestellt.

1958 - 1959

Texas Instruments entwickelt den ersten integrierten Schaltkreis.

1960

ALGOL-60, die erste Programmiersprache mit Blockstruktur und Rekursion, wird vorgestellt.

1962

Entwicklung der integrierten Schaltkreise. Viele Bauteile werden auf kleinstem Raum vereinigt. Diese Technik gestattet es anfänglich, 160000 Additionen je Sekunde durchzuführen.

1965

Die erste Rechner-Maus wird von Doug Engelbart entwickelt.

1967

Dahl u. Nygaard entwickeln Simula-67, die erste "objektorientierte" Programmiersprache.

1969

Das ArpaNet verbindet 4 Rechner an UCLA, UCSB, SRI und der University of Utah. Es ist der Vorläufer des Internet.

1971

Der CPU-Hersteller Intel bringt den 4004 auf den Markt: Der Prozessor wird als "erster Computer auf einem einzigen Chip" gefeiert, taktet mit 108 kHz und besitzt 2300 Transistoren.

1972

Kernighan und Ritchie entwickeln die Programmiersprache C. Der erste 8-Bit Mikroprozessor, der Intel 8008, wird vorgestellt.

1973

Goldberg, Kay u.a. entwickeln Smalltalk, die erste vollständig objektorientierte Programmiersprache.

1974

Nachfolger des 4004 ist der 8080. Wie sein Vorgänger landet der 8-Bit-Prozessor mit 6000 Transistoren und 2 MHz Taktfrequenz kaum in den Großrechnern, sondern geht überwiegend als Steuer- und Regelinstrument in Maschinen der Fertigungsindustrie. Auch Intels Rivale Motorola präsentiert einen ersten 8-Bit- Mikroprozessor, den 6808.

1974

Der erste Arbeitsplatzrechner mit Rasterbildschirm und grafischer Benutzerschnittstelle, der Xerox Alto, erscheint. Kahn und Cerf entwickeln TCP, ein Protokoll für Paketvermittlung über Rechnernetze

1975

Intel bekommt noch mehr Konkurrenz: Der ebenfalls 1969 gegründete Chip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) stellt den 8080A vor. Außerdem gründen zwei ehemalige Intel-Mitarbeiter; die den 4004 mitentwickelten, Zilog. Noch im selben Jahr bringt Zilog einen 8-Bit-Prozessor auf den Markt: Der Z80 verarbeitet mehr Befehle und ist schneller als der 8080. Zeitweise verkauft er sich sogar besser als der Intel-Prozessor. Der erste PC Altair ist als Bausatz für $397 erhältlich. Die Programmierung erfolgt durch Schalter an der Vorderseite; die Ergebnisse werden durch Dioden angezeigt.

1976

Intel und AMD einigen sich auf einen Technologie-Austausch. Im Rahmen dieses Abkommens erhält AMD unter anderem die Lizenz für Intels Microcode.

1977

Apple bringt mit dem Apple II einen Personal Computer auf den Markt. Der "persönliche Rechner" arbeitet mit dem 6502-Prozessor; den ein ehemaliger Motorola-Mitarbeiter entwickelt hat. Radio Shack bringt den RTS-80 in den USA auf den Markt.

1978

Mit dem 8086, einem 16-Bit- Prozessor; beginnt die Erfolgsgeschichte von Intels 80x86-Familie. Alle Prozessoren, die in den nächsten Jahren entwickelt werden, sind abwärtskompatibel zum 8086. Anwender; die auf einen leistungsstärkeren PC umsteigen, müssen sich daher nicht von ihrer Software trennen. Mit anfangs 29.000 Transistoren und einer Taktfrequenz von 5 (später 10) MHz kann der 8086 mindestens 330.000 Befehle pro Sekunde abarbeiten. Im zehnten Jahr seit seiner Gründung verbucht Intel einen Jahresumsatz von 283 Millionen Dollar. Die Firma NEC baut den 8086 mit Erlaubnis von Intel nach. Der NEC V20 ist dank einiger Verbesserungen in der Architektur etwas leistungsfähiger als das Original.

1979

Intel entwickelt mit dem 8088 eine abgespeckte Version des 8086. Der neue Prozessor behält intern seinen 16-Bit-Datenbus, arbeitet extern jedoch nur mit einem 8 Bit breiten Datenpfad. Der entsprechende NEC-Nachbau heißt V30. Im selben Jahr bringt Motorola den 68000, einen 16-Bit-Prozessor mit 68.000 Transistoren, auf den Markt. Software-Entwickler sind begeistert von der neuen CPU. Für den 8088 und 8086 vergibt Intel Second-Source-Lizenzen für den Nachbau der Prozessoren an andere Chip-Hersteller - etwa AMD, IBM, SGS Thomson und Siemens.

1980

Siemens stellt seine ersten x86-CPUs vor: den SAB 8086 und den 8088. Motorola entwickelt den ersten 32-Bit Mikroprozessor, den MC 68000.

1981

Die Motorola-CPU 68000 ist zwar leistungsfähiger als der Intel-Prozessor. Da Motorola jedoch nicht liefern kann, beschließt IBM, seinen PC mit Intels 8088 auszustatten. Das Unternehmen gibt die IBM-PC-Architektur für den Nachbau frei. Aufgrund der Erwartung, dass IBM künftig auch auf dem PC-Sektor das Marktgeschehen bestimmen wird, entschließen sich zahlreiche Hersteller, ihre PC-Modelle am IBM-Vorbild auszurichten. Der IBM-PC-kompatible Rechner tritt seinen Siegeszug an. Seit diesem Zeitpunkt löst alle drei bis vier Jahre eine neue Prozessorgeneration von Intel die alte ab. Mit jeder Entwicklungsstufe steigt die Anzahl der auf dem Chip untergebrachten Transistoren, die Schaltstrukturen werden immer winziger - während die Leistung stets zunimmt. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Der mittlerweile stärkste Intel-Konkurrent und Apple-Hauslieferant Motorola beweist mit Hilfe von Benchmarks, daß der 68000 leistungsfähiger ist als der 8086. Die Motorola-CPU steuert auch Apples Lisa, einen der Vorläufer des legendären Macintosh. AMD präsentiert einen eigenen 8086.

1982

Mit dem 80286 stellt Intel eine neue 16-Bit-CPU mit fast 130.000 Transistoren vor. IBM setzt den 16-Bit-Prozessor in einem AT (Advanced Technology) ein. Gegenüber dem Vorgänger PC/XT ist er um 16-Bit-Steckplätze für Erweiterungskarten ergänzt worden. Vom PC/AT verkauft IBM mehrere Millionen Stück. Und Intel wird zum bevorzugten Prozessor-Lieferanten für nahezu alle Hersteller von IBM-PC-kompatiblen Rechnern. Auf Wunsch von IBM erhalten AMD und Siemens eine erweiterte Fertigungslizenz für die Intel-x86-Familie, die bis zum Jahr 1995 gültig ist. Damit dürfen sie auch den Original-Microcode von Intel verwenden. Siemens präsentiert den 286-Clone SAB 80286, AMD stellt den 8088 vor.

1984

Intel verklagt NEC. Das Unternehmen habe die Urheberrechte am 8088 und 8086 verletzt, so der Vorwurf seitens Intel. Motorola stellt die 32-Bit-CPUs 68010 und 68020 vor. Apple liefert den ersten Macintosh aus; er wird von Motorolas 68000er angetrieben. AMD präsentiert seinen ersten 286er, den Am286. Der Prozessor taktet mit 16 MHz.

1985

Das 32-Bit-Zeitalter bricht an: Intels 80386 besitzt 275.000 Transistoren und ist kompatibel zu seinen Vorgängern. Die 32-Bit-CPU taktet mit 16 MHz, in den folgenden Jahren mit 20, 25 und schließlich mit 33 MHz. Sie ist multitaskingfähig', das heißt, sie kann mehrere Programme gleichzeitig verarbeiten. Mit dem V60 präsentiert jetzt auch NEC einen 32-Bit- Prozessor.

1986

Der erste PC-Hersteller; der den 80386 einsetzt, ist Compaq; andere Anbieter ziehen nach. CPU-Hersteller Nexgen wird gegründet. Das kalifornische Unternehmen beginnt, x86-Prozessoren der fünften Generation zu entwickeln. Motorola präsentiert den 68030 mit 300.000 Transistoren; Commodore bringt den Amiga auf den Markt, in dem ein 68000er seinen Dienst verrichtet. Der erste 80286-Rechner in teurer Profi-Ausstattung ist auf dem Markt: Er kostet mehr als 10.000 Mark. Intel gewinnt gegen NEC: Das Gericht erklärt, dass Intel das Copyright auf den Microcode seiner Prozessoren zu Recht beansprucht. Ab jetzt will Intel das Geschäft allein machen und kehrt seiner bisherigen Lizenzpolitik den Rücken: Trotz des im Jahr 1982 erneuerten Abkommens vergibt das Unternehmen keine Lizenzen mehr an Zweithersteller. Hersteller, die 386er in ihre PCs einbauen, sind damit von Intel abhängig. Einzige Ausnahme: IBM. Intel erlaubt dem Unternehmen, für den eigenen Bedarf 80386-CPUs zu fertigen. Um die PC-Hersteller kontinuierlich mit CPUs beliefern zu können, verteilt Intel die Produktion nun auf mehrere Werke.

1987

AMD verklagt Intel wegen Vertragsbruchs. Zilog präsentiert den Z280, eine 16-Bit-Version des Z80. IBM kündigt die P512-Reihe an. Die neuen Rechner arbeiten mit 80286- und 80386-CPUs (Taktraten zwischen 8 und 20 MHz) und besitzen eine völlig neue und zu früheren Modellen inkompatible PC-Architektur: Anstelle des alten ISA-Busses verfügen die neuen PCs über den sogenannten Mikrokanal. Der Gegenstandard heißt EISA, und er wird etwa von Compaq heftig propagiert. Die Diskussion um EISA, ISA oder Mikrokanal beherrscht die folgenden Jahre - EISA und ISA setzen sich schließlich durch.

April 1988

Cyrix wird gegründet. Das Unternehmen fertigt zunächst mathematische Coprozessoren. AMD entwickelt den 286 weiter: Die CPU in CMOS-Technik taktet mit 20 beziehungsweise 25 MHz und erreicht fast das Niveau eines 386-Prozessors.

Juni 1988

Intels 80386-CPU verkauft sich nur schleppend. Um den PC-Anwendern die neue CPU schmackhaft zu machen, bringt Intel einen kostengünstigen 386er mit 16 statt 32 Bit Bandbreite auf den Markt: den 80386SX. Gleichzeitig startet Intel eine Werbekampagne, in der es den 286er für tot erklärt. Hintergedanke: Im 286-Bereich muss sich Intel mit lästigen Rivalen wie AMD herumschlagen - den 386-Markt dominiert Intel (noch) allein. Die Aktion hat Erfolg: Immer mehr Anwender steigen auf die 32-Bit-Plattform um. Zur gleichen Zeit wird das Logo "intel inside" eingeführt - in den kommenden Jahren entwickelt sich Intel zu einem weltbekannten Markennamen. NEC erweitert seine V-Serie um den V70, der laut Hersteller 15 Mips schafft. Die stromsparende V-Serie wird vor allem in Notebooks eingesetzt.

2 November 1988

„Internet 88 worm“ - Das Programm wurde am späten Nachmittag des 2.November 1988 gestartet und stoppte die meisten Systeme, die mit dem Internet verbunden waren. Der Mechanismus, der Verhindern sollte, daß ein Computer mehrere Mal infiziert wurde nicht wie erwartet und der schädliche Aspekt von „Internet 88 worm“, der keine logische Bombe enthielt, zeigte sich in einer großen Überlastung der betroffenen Systeme (besonders durch ein Blockieren von Email, was eine Verzögerung beim Austausch von Lösungen zwischen den Systemadministratoren verursachte).

April 1989

Intels neuer Prozessor, der 80486, verfügt über 1,2 Millionen Transistoren, das sind vier mal mehr als beim Vorgänger. Der mathematische Coprozessor ist ab sofort in den Hauptprozessor integriert. Auch ein 8 KB großer Cache für Daten und Instruktionen sowie ein Cache-Controller sind erstmals auf dem 486er integriert (bislang waren diese als separate Bausteine realisiert). So hat der Prozessor die demnächst benötigten Daten und Instruktionen oft schon im Cache stehen und arbeitet sie schneller ab, als wenn er die Informationen erst aus dem Hauptspeicher anfordern müsste. Der Prozessor taktet anfangs mit 25 MHz und wird bis 1992 zum 80486DX2 mit 66 MHz und 1994 zum DX4 mit 100 MHz weiterentwickelt. Kurze Zeit später kommt er als Low-Cost-Version ohne FPU und mit 16 MHz Takt auf den Markt. Um mehr Leistung aus der CPU herauszuholen, ohne andere Komponenten zu überfordern, verwendet Intel ab dem 486DX2 eine neue Technik: Die CPUs takten intern höher als extern (Taktfrequenz). Um Wärmeprobleme zu vermeiden, gibt es den 486er, der mit einer Spannung von 5 Volt arbeitet, kurze Zeit später auch als 3-Volt-Version. Dass am 486er massiv gearbeitet wurde, zeigt sich auch an den zahlreichen CPU-Sockeln, die im Laufe der Weiterentwicklung des 486ers kreiert wurden.

Herbst 1989

Intel reduziert die 386SX-Preise um bis zu 30 Prozent. Damit will das Unternehmen Second Source-Hersteller wie AMD in Schach halten, die ihre 286-Prozessoren immer höher takten. Intel hat Schwierigkeiten mit der Auslieferung des 486ers. Motorola präsentiert den 68030 jetzt mit 50 MHz Takt und externer FPU. Kurz darauf folgt der 68040, der nun - wie der 80486 - eine integrierte FPU sowie einen segmentierten, also nach Daten und Befehlen getrennten, internen Cache besitzt.

1990

AMD kündigt einen 386-Prozessor an: den Am386. Intel verklagt AMD: Das Unternehmen habe, so Intel, unerlaubterweise den Intel-Microcode im AMD-Coprozessor 80287 verwendet. Der WWW-Browser Mosaic erleichtert das Navigieren im Internet; der Boom des Internet beginnt.

1991

Im März präsentiert AMD seinen ersten Clone von Intels 80386DX, der auf dem Microcode von Intel basiert. Der Am386DX taktet anfangs mit 20, später mit 40 MHz. Im Juli folgt der 386SX-Clone Am386SX mit 25 MHz Takt. IBM und Intel unterzeichnen einen 10-Jahres-Vertrag zur gemeinsamen Entwicklung von Prozessoren.

1991

Sun entwickelt die Programmiersprache Oak, die später als Java bekannt wird.

1992

Cyrix stellt seinen ersten Mikroprozessor vor. Der 386SX-Clone Cx486 kommt als Cx486SLC mit 25 MHz Takt (intern und extern), kurze Zeit später als DLC mit 33 MHz internem und externem Takt, er besitzt aber nur 1 KB Cache und keinen mathematischen Coprozessor. Im Rechtsstreit zwischen AMD und Intel entscheidet das Gericht, dass AMD den Intel-Microcode im 80287 nicht verwenden darf. AMD stellt die Produktion des Coprozessors ein. Damit AMD bei einer eventuellen Schlappe in der gerichtlichen Auseinandersetzung um die in der Entwicklung befindlichen Nachfolgeprozessoren etwas in der Hand hat, entwickelt das Unternehmen 486-kompatible Nachbauten (Am486), die auf einem eigenen Microcode basieren und in 486-Hauptplatinen mit Sockel 1 (168 Pins) passen: den Am486SX, dessen 3,3-Volt-Variante Am486SXLV so wie den Am486SX2 in 3,3- und 5-Volt-Technik. Doch noch im selben Jahr gewinnt AMD den Prozess.

März 1993

Intel überrascht die Konkurrenz: Um den Clonern eins auszuwischen, nennt Intel seinen neuen Chip nicht 80586, sondern Pentium - eine Bezeichnung, die sich - im Gegensatz zu einer Zahl - warenrechtlich schützen lässt. Der neue Prozessor wird anfangs in 5-Volt-Technik gefertigt. Er ist Software-kompatibel zu seinen Vorgängern, diesen jedoch haushoch überlegen: Mit einer Strukturbreite von anfangs 0,8, später 0,35 Mikron, lässt sich die Zahl der Transistoren auf über 3,1 Millionen steigern. Der Pentium taktet intern anfangs mit 60 oder 66 MHz und passt in den Sockel 4 (273 Pins). Neu ist, dass der Prozessor in einem Taktzyklus zwei Befehle ausführen kann. Der Datenzugriff wird durch zwei interne 8 KB große Caches beschleunigt: Der eine speichert die jeweils aktuellen Befehle, der andere die Daten. Hinzu kommt, dass der externe Datenbus zum Hauptspeicher jetzt 64 Bit breit ist. Vor allem im Fließkommabereich wurde der Pentium verbessert. Er ist dort dreimal so schnell wie ein 486er.

April 1993

AMD präsentiert nun weitere 486DX-Clones: den Am486-DX/40 (40 MHz Takt), den Am486DX2/50 (50/25 MHz) und den Am486DX2/66 (66/33 MHz). Auch Cyrix kommt mit neuen 80486-CPUs auf den Markt: Der Cx486S mit 33 und 40 MHz Takt ist Pin-kompatibel zu Intels 486SX, der Cx486SLC2 ist Pin-kompatibel zu Intels 386SX und taktet mit 40/20 und 50/25 MHz (intern/extern). AMD entwickelt einen x86-Prozessor der fünften Generation.

Januar 1994

Cyrix stellt weitere 486-Kopien vor: Cx486DX und -DX2 besitzen die gleichen Eckdaten wie die Intel-Originale.

Februar 1994

Intel präsentiert einen Pentium in 3,3-Volt-Technik, der mit 90/60 und 100/66, kurz darauf auch als preiswerte Einstiegsversion mit 75/50 MHz taktet und in den Sockel 5 (320 Pins), später in den Sockel 7 (321 Pins) passt. Mit der 3,3-Volt-Technik will Intel den mit steigender Taktfrequenz aufkommenden Wärmeproblemen begegnen.

März 1994

Cyrix präsentiert einen Upgrade Prozessor; der 386-PCs zu 40 bis 50 Prozent mehr Leistung verhelfen soll: Der Cx486DRx2 besitzt einen von Cyrix selbst entwickelten 486-Befehlssatz und taktet mit 32/16, 40/20 und 50/25 MHz. Nexgen enthüllt auf der CeBIT seinen Prozessor der fünften Generation, der dem Pentium Konkurrenz machen soll. Der Nx586 ist eine superskalare CPU mit 60 und 66 MHz interner wie externer Taktrate. Sie verfügt über einen segmentierten Cache - zwei getrennte Daten- und Befehls Caches mit je 16 KB - und einen 64 Bit breiten Datenbus. Anders als beim Pentium ist beim Nx586 die FPU nicht integriert, der Cache-Controller befindet sich dagegen in der CPU. Ein spezieller Cache-Bus erlaubt es, den Second-Level-Cache mit voller CPU-Geschwindigkeit zu betreiben.

April 1994

Die Zusammenarbeit zwischen Intel und IBM geht in die Brüche. IBM schwenkt um zum Prozessorhersteller Cyrix. Die beiden Firmen beschließen eine zunächst auf fünf Jahre befristete Zusammenarbeit: Cyrix entwickelt das CPU-Design, IBM fertigt die Prozessoren, die dann zu gleichen Teilen an beide Firmen gehen.

Juni 1994

Cyrix/IBM präsentieren den Cx486DX2. Die 32-Bit-CPU ist als 66/33- sowie als 80/40-MHz-Version erhältlich und besitzt 8 KB internen Cache. Kurz darauf kommt sie in 3,3-Volt-Technik als Cx4S6DX2-V66 auf den Markt, womit sie sich auch für Notebooks eignet. Für den Desktop- Markt ist dagegen der C486DX2-V80 bestimmt, der ebenfalls in 3,3-Volt- Technik arbeitet.

August 1994

Den Am486DX2 gibt es jetzt auch mit 80/40 MHz. Nexgen und IBM schließen ein Produktionsabkommen.

September 1994

Nexgen präsentiert neue Versionen seines Nx586. Die CPU soll mit Taktraten von 70, 75, 84 und später 93 MHz dem Pentium 90 Paroli bieten. Ein 64-Bit-Datenpfad und der 32 KB große Cache für Befehle und Daten machen den Nx586 so leistungsfähig, daß er als ernstzunehmender Pentium-Herausforderer gilt. Dass er keinen durchschlagenden Erfolg hat, liegt in erster Linie daran, dass er keinen Coprozessor besitzt und nicht Pin-kompatibel zum Pentium ist, also eine spezielle Hauptplatine benötigt.

Oktober 1994

Cyrix stellt den Cx486DX2 mit 100 MHz interner Taktrate auf der amerikanischen Computer-Fachmesse Comdex in Las Vegas vor. Der neue Prozessor konkurriert gegen Intels 486DX 4/100-CPU.

November 1994

Schwerer Rückschlag für Intel: Aufgrund eines Fehlers in der 4:3 Fließkomma-Einheit berechnet der Pentium-Prozessor bestimmte Rechenoperationen falsch. Intel bemüht sich, die Sache herunterzuspielen. Nach einigem Hin und Her bietet das Unternehmen zur Schadensbegrenzung Anwendern, deren PC mit einem fehlerhaften Pentium arbeitet, einen kostenlosen Prozessoraustausch an.

Dezember 1994

AMD präsentiert jetzt den Am486DX4, einen 3,3-Volt Prozessor mit 8 KB internem Cache. Es gibt ihn mit einer internen Taktrate von 100 MHz und einem Systemtakt von 33 oder 50 MHz. Der Prozessor konkurriert gegen den DX4/100 von Intel.

Dezember 1995

Cyrix stellt zusammen mit IBM und SGS Thomson seine sechste Prozessorengeneration vor. Der 6x86 - Codename M1 - ist Pin-kompatibel zum Pentium (Sockel 7). Der 6x86 PR12O taktet intern mit 100 MHz (extern mit 50 MHz). Er besitzt 16 KB internen Cache, arbeitet in 3,3-Volt- Technik und liefert erstaunliche Testergebnisse: Unter bestimmten Bedingungen arbeitet der 6x86 mindestens so schnell wie ein Pentium 100, zum Teil ist er sogar schneller als der Pentium 133 und der Pentium Pro. Mit dem 6x86 hat Cyrix erstmals einen Prozessor entwickelt, der den Pentium in der Leistung leicht übertrifft und dabei ein gutes Stück billiger ist. Allerdings benötigt der neue Cyrix-Prozessor ein angepasstes Bios, um seine volle Leistung zu entfalten. Außerdem ist er im Fließkommabereich nicht so stark wie der Pentium.

Januar 1995

AMD und Intel einigen sich außergerichtlich: AMD darf seine 386- und 486-Prozessoren mit Intel-Microcode weiterproduzieren. Das Unternehmen versichert jedoch, den Microcode für die Nachfolgefamilien nicht mehr zu benutzen.

März 1995

Auf der CeBIT stellt Intel eine 120-MHz-Version des Pentium vor.

Juni 1995

Cyrix präsentiert den 32-Bit-Prozessor 5x86/100 - einen 486er mit 100 MHz internem Takt (kurz darauf auch mit 120 und 133 MHz) und 16 KB Cache, der dem 75-MHz-Pentium Paroli bieten soll. Er ähnelt in seiner Architektur zwar eher einem 486DX4, beherrscht aber moderne Techniken wie Branch Prediction. Der Systemtakt beträgt 33 MHz. Gute Chancen hat der 5x86 vor allem im Notebook-Bereich, da er bei höherer Leistung weniger Strom frißt als der Pentium. Der Pentium taktet nun mit 133 MHz. AMD bringt eine 120-MHz- Version seines 486DX4 auf den Markt.

Juli 1995

Die Firma Texas Instruments, die schon mehrere Jahre im Prozessormarkt mitgemischt hat, will mit einem 486SX-ähnlichen Chip in das 486-Geschäft einsteigen.

Oktober 1995

Nexgen liefert erste Modelle des Nx586 mit 120 MHz aus. Die Show stiehlt Nexgen den anderen CPU-Herstellern jedoch mit einem neuen Chip: Der Nx686 kommt mit 48 KB internem Cache (32 KB Daten/16 KB Befehle) und einem internen Takt von 180 MHz. Eine weitere Besonderheit sind die Multimedia-Befehle, die auf einer speziellen Einheit integriert sind. Allerdings ist der Nexgen-Prozessor nicht kompatibel zum Pentium (Pro). Die Firma AMD, die mit der Entwicklung eines eigenen Microcodes nicht weiterkommt, übernimmt Nexgen.

November 1995

Auf der CeBIT hatte man bereits erste Prototypen hinter vorgehaltener Hand begutachten können - jetzt ist es soweit: Der Pentium Pro wird offiziell vorgestellt. Den Intel-Prozessor der sechsten Generation gibt es mit 150, 166, 180 und 200 MHz interner Taktrate. Die Zahl der Transistoren beträgt 5,5 Millionen. Hohe Datentransferraten erzielt der Pentium Pro aufgrund seiner DIB-Architektur, die Nexgen zum ersten Mal beim Nx586 eingesetzt hat. Sie besteht aus zwei voneinander unabhängigen Bus-Systemen, mit denen sich die Datenübertragungsrate auf das Dreifache erhöhen lässt. Der Second-Level-Cache ist in die CPU integriert. Der Pentium Pro ist abwärtskompatibel zu allen vorherigen Intel-CPUs, unter Windows 95 ist er seinem Pentium-Pendant jedoch klar unterlegen. Der Grund: Der neue Prozessortyp ist auf 32-Bit-Operationen optimiert - Windows 95 arbeitet jedoch zum Großteil noch mit 16-Bit-Befehlsfolgen.

Januar 1996

Intels Pentium taktet jetzt mit 150 und 166 MHz. Gleichzeitig senkt Intel die Preise für 133-MHz-Pentium-CPUs. Intel und AMD einigen sich über den Nachbau von Intel-Prozessoren: Ab sofort darf AMD für seine 586-CPU und nachfolgende Chip-Serien lediglich den Intel-Befehlssatz verwenden - die Microcode-Technik muß AMD selbst entwickeln.

Februar 1996

AMD präsentiert den Am5x86. Der 486DX-Prozessor taktet intern mit 133 MHz (extern: 33 MHz). Intel reagiert auf die Clones von AMD und Cyrix mit Preissenkungen für den 100er und 120er Pentium um bis zu 40 Prozent.

März 1996

IBM/Cyrix bringen den 6x86 (M1) als PR133+ (100/50MHz), PR15O+ (120/60 MHz) und als PR166+ (133/66 MHz) auf den Markt. Laut Tests sind die Clones trotz geringerer Taktraten schneller als die Intel-Originale Pentium 100, 120 und 133. Der Zusatz ,,PR" bezieht sich auf das sogenannte P(entium)-Rating. AMD und Cyrix haben für ihre Prozessoren der fünften Generation die P-Rating-Zahl eingeführt, die angibt, mit welchem Pentium der Clone vergleichbar ist. Aus Marketing-Gründen versehen IBM/Cyrix die CPU-Bezeichnungen zusätzlich mit einem Plus. AMD präsentiert den K5 PR75 (75MHz). Ihm folgt kurze Zeit später der K5 PR1OO mit 100 MHz internem Takt. Er besitzt 16 KB internen Cache, ist bei Integer- Berechnungen schneller als ein Pentium mit 75 MHz und eignet sich gleichermaßen für 16- und 32-Bit-Anwendungen. Für aufrüstwillige Anwender ist der Sockel-7-kompatible Prozessor genau das richtige. Und nicht zuletzt sein im Vergleich zum Pentium günstiger Preis (etwa 180 Mark) verhilft dem K5 zu großer Popularität.

Juni 1996

Der Pentium 200 kommt auf den Markt. Die neue Intel-CPU taktet mit 200 MHz.

Juli 1996

Als Reaktion auf den K5 erklärt Intel seine 100-MHz-Pentium-CPU zum Auslaufmodell.

August 1996

Nachdem Intel bereits Pentium-CPUs mit verschiedenen Taktraten vorgestellt hat, die speziell für mobile Rechner konzipiert sind, kommt jetzt eine 150-MHz-Variante auf den Markt. Allerdings ist die neue Pentium-CPU nur unwesentlich schneller als die 133-MHz-Variante, da ihr Systemtakt 60 MHz (statt 66) beträgt.

September 1996

Cyrix/lBM bringen nun ihre neue 6x86-Version, den 6x86 PR2OO+ (bei IBM heißt er P200), auf den Markt, der mit 150 MHz taktet, sich aber als leistungsfähiger als der Pentium 200 erweist. Da er jedoch extern mit 75 MHz taktet, benötigt er eine spezielle Hauptplatine. Außerdem gilt der Leistungsvorsprung nicht für den Fließkommabereich - hier liegt der Pentium vorn.

Dezember 1996

AMD präsentiert den K5 PR133. Der neue Prozessor taktet intern mit 100 MHz, bringt aber laut P-Rating genauso viel an Leistung wie ein Pentium 133. Die CPU arbeitet mit 66 MHz Systemtakt, gibt wenig Wärme ab und ist eine echte Pentium-Alternative zum günstigen Preis.

Januar 1997

Erste Muster des K5 PR166 werden ausgeliefert. Der Prozessor taktet intern mit 115,5 und extern mit 66 MHz und entspricht in seiner Leistung einem 166-MHz-Pentium. Doch Intel ist wieder einen Schritt weiter: Der Marktführer präsentiert den Pentium MMX. Die MMX-Technik erweitert die Prozessorarchitektur um 57 neue Befehle für den Grafik-, Video- und Audio-Bereich. Bei herkömmlichen Anwendungen sind die MMX-Prozessoren um 10 bis 15 Prozent schneller. Bei speziell für MMX entwickelten Multimedia-Programmen kann der Leistungsgewinn, so Intel, dagegen bis zu 87 Prozent ausmachen. Die neue Pentium-MMX-CPU taktet zunächst intern mit 166 oder 200, extern jeweils mit 66 MHz. Sie besitzt 4,5 Millionen Transistoren, 32 KB Cache (beim herkömmlichen Pentium sind es 16 KB) sowie eine verbesserte Vorhersage bei der Ausführung von Befehlen (Branch Prediction). Der Prozessorkern benötigt eine spezielle Spannungsversorgung von 2,8 Volt, während alles andere weiter mit 3,3 Volt betrieben wird (Split Voltage). Auch für Notebooks gibt es MMX-Prozessoren. Sie kommen mit 150 oder 166 MHz und sind in einem flachen Gehäuse untergebracht.

Februar 1997

Cyrix bringt den Media GX mit Taktraten von 120 und 133, später auch mit 150 und 180 MHz sowie einem internen Cache von 16 KB auf den Markt. Grafik- und Audio- Funktionen sowie ein Speicher-Controller sind direkt in die Prozessoreinheit integriert. Die neue CPU übernimmt Chipsatzfunktionen wie PCI-Anbindung und Speichersteuerung. Dafür benötigt sie einen "Companion", der den Zugriff auf alle Schnittstellen und den Audio-Bereich regelt.

April 1997

AMDs Antwort auf den MMX-Prozessor von Intel heißt K6. Er hat eine MMX-Erweiterung, basiert auf dem Nexgen-Chip Nx686 und besitzt 64 KB internen Cache (Intels MMX arbeitet nur mit 32 KB). Er paßt in den Sockel 7 und ist damit für jede moderne - sprich: MMX-fähige und mit Split Voltage ausgestattete - Pentium-Hauptplatine geeignet. Die MMX-Technik hat AMD von Intel in Lizenz erhalten. Der K6 wird in 0,35-Mikron-Technik hergestellt und nach seiner tatsächlichen Taktfrequenz benannt, das heißt, der K6/PR2-166 taktet intern mit 166 MHz. In Stückzahlen sind kurze Zeit später auch der K6/PR2-200 und der K6/PR2-233 erhältlich. Mit AMDs K6 hat Intel einen ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen. Bei den 16-Bit-Standardanwendungen und Programmen, die überwiegend mit Integer-Befehlen arbeiten - etwa Textverarbeitungen - sind der K6/PR2-200 und -233 dem Pentium MMX überlegen. Fließkommaberechnungen erledigt der Pentium aber immer noch schneller.

Mai 1997

Intels Pentium II (Codename Klamath), der bislang schnellste Prozessor, kommt auf den Markt: Der neue Chip mit internen Taktfrequenzen von 233, 266 und 300 MHz vereint die Vorzüge von Pentium Pro und MMX. Er taktet extern mit 66 MHz, verfügt über 7,5 Millionen Transistoren und wird in 0,35-Mikron-Technik hergestellt. Der Pentium II besitzt 32 KB internen Cache und ist in einem SEC-Gehäuse aus Metall und Plastik untergebracht. Der Pentium II ist nicht Sockel-7-kompatibel, sondern mit dem Second-Level-Cache (512 KB) auf einer kleinen Platine montiert. Da diese Lösung einen neuen Steckplatz, den Slot 1, erfordert, ist zwangsläufig eine neue Hauptplatine fällig. Der Pentium II verfügt über eine Dual-Independent-Bus-Architektur. Doch anders als der Pentium Pro, der mit dem vollen CPU-Takt auf den Second-Level-Cache zugreift, arbeitet der Pentium II nur mit dem halben internen CPU-Takt.

Juni 1997

Als Reaktion auf den K6 bringt Intel - entgegen der Pläne, die höheren Taktraten dem Pentium II zu überlassen - einen Pentium MMX mit 233 MHz auf den Markt. Intel gewinnt einen Rechtsstreit um die Bezeichnung MMX (Multimedia Extensions): Wer wie AMD eine Lizenz für diese Bezeichnung von Intel erworben hat, muss laut Gericht auf Intels Copyright hinweisen. Nach AMD kommt jetzt auch Cyrix mit einem MMX-Prozessor. Der 6x86MX - Codename M2 - ist mit einer von Cyrix/lBM selbstentwickelten MMX-Technik ausgestattet, die absolut kompatibel zum Intel-Original sein soll. Der neue Prozessor paßt in den Sockel 7, benötigt wie der Pentium MMX und der AMD K6 eine zweifache Spannungsversorgung (2,8/3,3 Volt) und besitzt 64 KB First-Level-Cache. Es gibt ihn als PR166 (133/66 oder 150/60 MHz), PR2OO (150/75 oder 160/66 MHz) sowie als PR233 (188/75 MHz).

August 1997

Intel reagiert auf die Konkurrenz mit massiven Preissenkungen: Der Pentium II mit 300 MHz etwa kostet ab sofort 57 Prozent weniger. Außerdem stellt das Unternehmen die Produktion von Prozessoren ohne MMX-Erweiterung ein. Der amerikanische Chip-Hersteller Natsemi (National Semiconductor) übernimmt Cyrix.

September 1997

Intel präsentiert einen Pentium MMX-Prozessor mit 200 und 233 MHz Takt, der mit seiner Strukturbreite von 0,28 Mikron weniger Strom und Spannung (1,8 Volt) benötigt und sich dadurch speziell für Notebooks eignet. Codename der neuen CPU: Tillamook.

Herbst 1997

Der C6, ein besonders preisgünstiger Prozessor von lDT/Centaur Technology, kommt auf den Markt. Er soll es mit dem Pentium MMX aufnehmen, Sockel-7-kompatibeI sein und aufgrund seiner geringen Größe so stromsparend arbeiten, dass er sich auch für Notebooks eignet. Gerüchten zufolge ist der Chip nur etwa 5 Prozent langsamer als der K6-Prozessor von AMD.

Dezember 1997

Pentium-Pro-CPUs für Desktop-Systeme laufen zum Jahresende aus. Speziell für Server konzipierte Pentium-Pro-CPUs sollen jedoch bis Ende März 1998 weiterproduziert werden. AMD entwickelt eine neue Spezifikation des Sockels 7 für die nächste K6-Generation. Die neue CPU besitzt ebenfalls einen integrierten Second-Level-Cache und arbeitet mit 100 MHz externem Takt. Sie wird als PR266- und als PR300-Version in 0,25-Mikron-Technik gefertigt.

1998

Eine neue Version des 6x86MX mit einem P-Rating von 300 kommt auf den Markt. Der Media GX von Cyrix wird um MMX- Fähigkeiten, einen MPEG-Decoder sowie einen Festplatten-Controller erweitert und taktet mit 200 MHz. Mit dem Media GXm, einem sogenannten System-on-a-Chip, will Cyrix den Massenmarkt für Multimedia-Einsteiger-PCs und Set-Top-Boxen mit PC- Technik erobern. Da die Produktion von Pentium-II-Cartridges billiger ist als die der kompliziert aufgebauten PGA-Gehäuse (Pingrid Array) herkömmlicher Prozessoren, prognostiziert Intel, daß die Entwicklung von Pentium-lI-Prozessoren einen rasanten Verlauf nehmen wird. Im Januar will das Unternehmen einen Pentium II mit 333 MHz (externer Takt: 66 MHz) sowie Pentium-II-CPUs mit 233 und 266 MHz interner Taktrate (extern: 66 MHz) vorstellen, die für mobile Systeme konzipiert sind. Dieser neue Prozessortyp wird angeblich mit einem kleineren Second-Level-Cache kommen und eine Versorgungsspannung von weniger als 2,5 Volt haben. Für den Tillamook ist ebenfalls eine 266-MHz- Version im Gespräch.

April 1998

Intel will den Pentium MMX nur noch ab 233 MHz produzieren - alle langsameren Ausführungen erklärt das Unternehmen zu Auslaufmodellen, die nur noch in Billig-PCs eingebaut werden. Außerdem werden die 350-MHz-Variante des Pentium II mit 100 MHz Systemtakt sowie ein mobiler Pentium II mit 300 MHz auf den Markt kommen.

Mitte 1998

Intel präsentiert eine 450-MHz-CPU mit erweitertem MMX-Befehlssatz (MMX 2), zwei internen FPUs und einem Systemtakt von 100 MHz. Katmai lautet der Codename dieser Deschutes-Weiterentwicklung. Auch der Deschutes soll nun mit 450 MHz, extern mit 100 MHz laufen. Pentium-II-Prozessoren gibt es ab jetzt nur noch in Zwei-Prozessor-Systemen.

Ende 1998, Anfang 1999

Die interne Taktfrequenz der Intel-CPUs beträgt jetzt an die 1000 MHz (1 GHz): Intel plant eine verbesserte Katmai-Version - Codename Willamette -, die 30 bis 50 Prozent schneller als der Deschutes ist. Willamette basiert auf dem Pentium Pro und besitzt einen vergrößerten Zwischenspeicher sowie eine zusätzliche Integer-Einheit.

Ende 1999

Intel und Hewlett-Packard arbeiten gemeinsam an einer neuen CPU: Codename Merced. Der 64-Bit-Prozessor; auch P7 genannt, soll mit 500 MHz takten und - wie der Pentium Pro - einen integrierten Second-Level-Cache besitzen. Fachkreise vermuten aber, daß der Umstieg auf die nächste CPU-Generation nicht vor dem Jahr 2002 möglich sein wird. Die komplexe 64-Bit-Struktur ist aufwendig zu produzieren und macht den Prozessor anfälliger für Fehler. Hinzu kommt, daß noch nicht einmal der Sprung auf die 32- Bit-Ebene gelungen ist - zahlreiche Anwender arbeiten noch immer mit 16-Bit-Programmen. Intel plant ferner einen Pentium-Pro-Overdrive, einen Pentium-II-Prozessor für Sockel 8, mit dem sich Pentium-Pro-Server aufrüsten lassen.

ab 2000

September 2003

AMD stellt weltweit ersten 64-Bit-Chip für Personal Computer vor Cannes - Der US-Chiphersteller AMD hat den weltweit ersten Prozessor für Personal Computer mit der so genannten 64-Bit- Technologie in Cannes vorgestellt. Der Athlon 64 FX soll erstmals auch Endanwendern eine Chip-Architektur bieten, die bislang großen Servern zum Beispiel in Unternehmen vorbehalten war. Für die nächste Generation von PC-Software oder Spielen seien die derzeitigen 32-Bit- Prozessoren bereits viel zu langsam und behinder die Entwicklung neuer Anwendungen.

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